Wege zu Bach – Modersohn Saxophon Quartett

Chrisoph Modersohn ist ein kluger, zurückhaltend wirkender Musiker, Komponist, Arrangeur und Pädagoge. Gut vernetzt lebt er in Chemnitz und Dresden und ambitioniert sich von kirchenmusikalischen Wurzeln geprägt für Jazz und Improvisation. Im Wirken tritt aus der Stille sein Wesen hervor und in der Präsenz kreuzen sich die Wege in Harmonie, Abgrenzung und Resonanz. Ein Teil davon ist das Modersohn Sax Quartett zusammen mit den Saxophonisten Friedemann Seidlitz, Dittmar Trebeljahr und Thomas Seibig. Sie spielen in Jazzclubs, Kirchen, Galerien, Sinfonieorchestern und Opernhäusern. Noten aller Genres sind ihnen unter die Finger gekommen – Vielseitigkeit und Neugier sind ihnen eigen. Jeder mit unterschiedlichem Gepäck ausgerüstet, hat seine eigenen Geschichten und Erfahrungen mitgebracht. Die hohe Sensibilität füreinander bildet die Grundlage für ein gemeinsames Miteinander.

Bach kam dabei bislang nicht vor – wenngleich Begegnungen mit ihm in jedem zum Greifen nah vorhanden sind.
Auf den Wegen zu Bach geht es nicht um historische Aufführungspraxis, auch nicht um den Versuch, den typischen Sound eines „klassischen“ Saxophonquartetts meets Bach zu crossovern. Dem Darstellen und Herausarbeiten der einzigartigen strukturellen Klarheit und Linienführung, der harmonischen Vielfalt Motive, die in genialer Weise immer der Idee des Werkes dienlich sind, fühlen sich die Musiker verpflichtet. Damit nehmen Sie sich als Musiker selbst zurück, zollen einen Tribut an Komponist und Werk, der sie wiederum selbst packt und inspiriert – bei der Beschäftigung mit den Noten und im Konzert.

Somit ist die vorliegende CD eine Huldigung. Das ist ein aus der Mode gekommenes aber bewusst gewähltes Wort in einer Zeit, wo ein ehrlicher Kniefall aus Bewunderung und Respekt vor Größe viel zu oft ausbleibt. Es ist eine Geste, zu der es unter den Augen der Öffentlichkeit Mut braucht und die gewichtiger wird, wenn eigene Größe vorhanden ist, um die es aber hier gerade gar nicht geht.

Wir wünschen Ihnen ein vielfältiges Entdecken und Wiedererkennen mit Johann Sebastian Bach.

Die CD in unserem Shop finden Sie hier.

Pagagini – Cantabile

Sehnsuchts- und Reiseland Italien! Das Land, wo die Zitronen blühen eröffnet seinen Zauber, sobald man die Höhen der Alpen passierend in lieblichere Gefilde kommt und Mildheit und Wärme in Flora und Fauna, Architektur und Menschen engegenströmen – eine andere Landschaft und eine andere Kultur, von der sich die Künste von jeher haben inspirieren lassen. Eine Bildungsreise in den wirklichen Süden war ein Muß! Heute scheinbar zum Greifen nah und unbeschwerlich, zu Zeiten Paganinis anders und in Vorwendezeiten ein unerreichbarer Sehnsuchtsort.

Wofgang Herntrich, Konzertmeister zunächst in Chemnitz und dann in Dresden und Markus Gottschall aus Dresden in Berlin lebend verbindet diese Sehnsucht und die Faszination, welche in Klangschönheit und Virtuosität Niccoló Paganini ausübt: „…man muss ihn gehört haben, wenn er auf allen vier Saiten gleichzeitig spielt.“

Mit der CD „Cantabile“ entstand ein umfangreiches musikalisches Porträt der Kompositionsvielfalt Niccoló Paganinis: virtuose und humorvolle Stücke, intime und persönliche (Duetto amoroso) und die berühmte Mose-Fantasie über ein Thema von Rossini.

Vielleicht vesrsetzen Sie sich in eine Reise zur Zeit Goethes, in der die Schnelllebigkeit noch einen anderen Takt hatte oder Sie lassen sich fallen in die Stille der Landschaft, wie sie das Cover der Edition vermittel will.

Die CD finden Sie in unserem Shop hier.

Tango amoratado

Seit der Eröffnung des VOX als alternatives Kulturzentrum in den historischen Brauereigebäuden auf der Horst-Menzel-Straße des Chemnitzer Kaßberges etablierte sich auf Initiative des Bandoneonisten Jürgen Karthe und einigen Chemnitzern eine in Sachsen und international vernetzte Tangoszene. Gemeinsam mit dem Pianisten Fabian Klentzke gründete sich das Duo Tango Amoratado und spätestens nach Beginn der regelmäßigen Milongas im Sozietätstheater Dresden, dieverser Konzerte in nationalen und internationalen Gefilden und einem nächtlichen Sommerfest im Kavaliershaus auf der Chemnitzer Salzstraße stand fest, das Ensemble publizert in dem noch jungen Label auris subtilis seine erste CD. Dies nicht von ungefähr, denn Jürgen Karthe brachte aus Buenos Aires die Geschichten des legendären AA aus dem erzgebirgischen Carlsfeld, den in der Bandoneonfabrik Alfred Arnold zu tausenden hergestellt und exportierten Instrumenten nach Chemnitz mit und erklärte den Mythos Bandoneon bis zu seinen Wurzeln, dem Erfinder Carl-Friedrich Uhlig mit dem Vorgängerinstrument der Deutschen Concertina. Dies getragen von einer Passion, die heute eine Wiedererweckung in Chemnitz anläßlich der Kulturhauptstadtbewerbung 2025 dadurch erfahren soll, dass das Bandoneon an der Chemnitzer Musikschule wieder erlernbar und öfter zu hören ist. Zurückliegen große Ereignisspannen gefolgt von einigen weiteren Publikationen des Labels mit einer eigenen Genresparte Tango/Folk. Haben Sie Freude beim Stöbern, Entdecken und Genießen.

Historische Fränkische Orgeln

Bemerkenswert sind Lebenslinien und Wirkungskreise, aber auch die Akribie und Leidenschaft, mit der Musik entsteht, hörbar, verschüttet oder überliefert wird oder wieder neuentsteht – in jeder neuen Aufführung oder Abspielen einer Aufnahme, letzlich weil nicht nur jedes Spielen sondern auch Hören im individuellen Kontext und in der jeweiligen Interaktion zu den Umständen, den Beteiligten, dem Material und der musikalischen Idee und Form wirkt. Manches erscheint matt, energetisch schwach geladen, manches strahlt in durchleuchteteten Farben von der Kraft einer ergreifenden Vision.

Verständlich wird vielleicht diese Betrachtung, wenn wir unseren Blick in den Klang der Orgeln, die Struktur der Kompositionen und die Intentionen des Interpreten der im November 2005 editierten CD Historische Fränkische Orgeln vertiefen. Bach und Buxtehude sind beachtet und gewürdigt, viele der polnischen Meister eher nicht oder nur in ihrem regional nationalen Kontext. Diese verwoben mit den Registraturen der im 18. und 19. Jahrhunder erbauten fränkischer Orgeln und interpretiert in der Wallfahrtskirche Maria Limbach, der Friedhofskirche St. Burkhard in Königsberg  und der St. Veitskirche in Junkersdorf durch den im Erzgebirge geborenen Leipziger Organisten Volker Bräutigam ergeben in ihrer Absicht eine eigene Komposition und für Interessierte ein präzis konkretes Hörerlebnis.

Dieses stellen wir Ihnen anheim und ermöglichen den Zugang dazu über unseren Shop.

Yankele Kapelle – live aus dem Schalom

Den legendär „letzten Hund“ von der Bushaltestelle vor dem Theatrerclub auf der Bahnhofstraße zur Zentralhaltestelle nehmen, um von dort in die Wohnungen der Musiker, Schauspieler und Techniker zu fahren – entweder schon müde vom „Auswerten“ und Nachlassen der Anspannung aus den Vorstellungen in Oper, Schauspielhaus, Puppenbühne und Stadthallen-Sinfoniekonzert, dem Eifern um künstlerische Visionen, der Frustbewältigung über Vergeblichkeiten und Gradwanderungen innerhalb des DDR-Nischendaseins oder zu weitergehenden Partys im kleineren privaten Kreis trunken und beseelt fahrend …. das kam mir in den Sinn als die Brüder Dziuballa nach etlichen Jahren Schließzeit im selben Kellergeschoß und später, inzwischen renommiert das Schalom in der Etage darüber als koscheres Restaurant eröffeten und folgerichtig Theatermitarbeiter und Musiker der Philharmonie in den selben Räumen wieder Stammgäste wurden, Yankele Kapelle musizierend zueinander fand und ausgelassen mit Freunden aus der wachsenden jüdischen Gemeinde tanzte in einer Zeit, in der Visionen möglich wurden.

Die vorliegende Edition mit den Liedern und Tänzen der Klezmorim ist ein Beleg Chemnitzer Gechichte, denn das „Schalom“ ist zwischen höchster Anerkennung und Schändung in die Nähe des Chemnitzer Brühls gezogen und Yankele Kapelle spielt inzwischen nur noch selten. Vieles lebt aber in der Erinnerung und wird lebendig beim Hören dieser CD.

Um Yankele Kapelle – live aus dem Schalom zu hören, besuchen Sie unseren CD-Shop hier.

Kammerchor der Kreuzkirche Chemnitz

Purcell, Elgar, Schein, Schütz, Lechner, Kodály, Milhaud

Der Kammerchor der Kreuzkirche Chemnitz unter der Leitung von Steffen Walther zählt zu den leistungsstärksten Laienchören der Region und wirkt gemeinsam mit der Kantorei als kirchenmusikalischer Anker mit seinen ethischen Botschaften aus der Kirchgemeinde in die Stadtgesellschaft und weit über die Stadtgrenzen hinaus. Dieses Wirken ist Teil des Selbstverständnisses der Gemeinde, geprägt von Pfarrer Dietrich Mendt (1926–2006) sowie Landeskirchenmusikdirektor Hans-Joachim Schwinger (1927–2013) und ebenso von Pfarrer Matthias Wild (1955–2004), dem Initiator der Tage der Jüdischen Kultur in Chemnitz. Credo ist ein gemeinsames Tun über individuelle und konfessionelle Verschiedenheit hinweg, anknüpfend an den Konziliaren Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung – vielstimmig in einem Klang.

Das Cover der CD ziert das 4,80 m großes Holzkreuz der Bildhauerin Elly-Viola Nahmmacher, das über dem Altar schwebt und symbolisiert den gekreuzigten und auferstandenen Christus. Die Kreuzkirche auf dem Kaßberg wurde in den Jahren 1935/1936 erbaut. Ihr Architekt Otto Bartning ist mit 120 geschaffenen Kirchen ein wichtiger Kirchenbaumeister des 20. Jahrhunderts. Der 40 Meter hohe Turm nimmt als freistehender Campanile deutlich Bezug auf italienische Vorbilder und bildet einen attraktiven Blickfang in dem gründerzeitlichen Stadtviertel mit seinen geschützten Baudenkmälern.

Zur Entstehungszeit der Aufnahme vor fast zwanzig Jahren war noch nicht zu ahnen, dass noch zwei weitere vom Chor eingespielte Editionen entstehen würden in verändertem Erscheinungsbild des gewachsenen Labels und mit kontinuierlichem Anspruch erbaulich erfreulichen Singens und ethisch geistiger Besinnung und Verkündigung.

Die CD finden Sie in unserem Shop hier.

Improvisationen zu den Skulpturen von Anthony Cragg

Eine der sehr frühen Editionen war die Kombination von musikalischen Improvisationen und unseren Erfahrungen, diese aus Impulsen von künstlerischen Darstellungen, Abbildungen, Räumen und Skultpturen zu kreieren. Farbklang – Klangraum war einer unserer Projekttitel und aus den vielfältigen Berührungen und der eigenen Begeisterung und der unserer Partner und Freude schrieb Ingrid Mössinger als noch junge Direktorin der Kunstsammlungen Chemnitz 2001 folgende Widmung.

 

Zum Geleit

Die Sächsische Mozart-Gesellschaft Chemnitz wurde 1991 gegründet. Eines ihrer Hauptanliegen ist die Förderung zeitgenössischer Musik. Mit der wichtigsten Aufführungsort waren von Anfang an die Kunstsammlungen Chemnitz, die ebenfalls zeitgenössische Kunst ausführlich zu Wort kommen lassen. Daraus entwickelte sich ein schöner Dialog zwischen Musik und bildender Kunst. Das Aufeinandertreffen und die Auswahl beider Medien wirkte anfangs eher zufällig. Nach und nach jedoch fühlten sich die Musiker von den ausgestellten Werken der bildenden Kunst inspiriert. Zuletzt zeigten vor allem die Skulpturen von Anthony Cragg große Wirkung. In der Folge schufen Petr Krupa und Mathis Stendike musikalische Improvisation zu dem Skulpturen von Anthony Cragg. Die Dynamik und der Formen- und Materialreichtum Anthony Craggs evozieren geradezu musikalische Interpretationen. Sowohl der raumgreifende Gestus der Skulpturen wie ihre Wirkung im Raum, erinnern an außerirdische Bewegungsabläufe, wie man sie sonst nur von Bildern aus dem Weltraum kennt. Die unvergleichlichen Skulpturen von Anthony Cragg und die im Taum schwebenden Töne der Musiker verdichten sich daher zu einem schönen sphärischen Gesamtklang.

Anthony Cragg orientiert sich bevorzugt am unendlichen Formenreichtum anorganischer, nicht beseelter Natur. Menschliche Bezüge stellen sich lediglich in der Erinnerung an von Menschen geschaffenen Formen wie Gefäßen her. Dadurch öffnet sich ein Zeitraum, der außerhalb menschlicher Erinnerung leigt und in eine unerreichbare Zukunft reicht. Die Bewegungsbögen zwischen den Skulpturen ereignen sich in so riesigen Dimensionen, dass sie trotz ihrer Binnendynamik eine klassische Ruhe ausstrahlen. Auf der Erde gibt es dafür nur eine vergleichbare materielle Erscheinung: Den Ozean mit seinen endlos anrollenden uns abschwellenden, scheinbar gleichen aber niemals sich wiederholenden Wellen.

Ingrid Mössinger

Das klingt und sit sehr spannend und wir laden Sie ein, sich dieser Editon zu widmen und in Inspiration und Improvisation zu versenken.

Die CD in unserem Shop.

Fotos: Franz Wagner-Streuber

Streichquartette von Theodor Kirchner und Robert Schumann

Kompositorische Schätze und Interpreten der Region sollen 2001/2 das noch junge Label auris subtilis zieren und folgerichtig vereinten sich die Streichquartette von Theodor Kirchner und Robert Schumann einspielend das Robert-Schumann-Quartett mit einführenden Texten des ehemaligen GMD der Robert Schumann Philharmonie Dieter-Gerhardt Worm und des Direktors des Schumann-Hauses Zwickau Dr. Gerd Nauhaus sowie einer Betrachtung Addi Jacobis zur einheimischen Literatur der Zeit als diese Kompositionen entstanden sind. Einfarbig getönte Fotos von Dieter Wuschanski von der Aufnahmenprobe auf der Bühne der Oper Chemnitz sowie geschichtsbezogene Abbildungen der Dichter und Komponisten sprechen für Aufwand und Akribie dieser Edition mit 2.000 nummerierten und signierten Exemplaren.

Die Aufnahme wurde puristisch mit zwei Sennheiser-Mikrofonen MKH-20 nach dem „One-Point-Recording“-Verfahrendurch den direkten Weg von den Mikrofonen zu dem DAT-Recorder von Horst Springer produziert. Auf zwischengeschaltete, klangbeeinflussende Mixer wurde verzichtet. Die Einspielung wurde im Mai und Juni 2001 an vier Aufnahmetagen in der Stadtkirche „Zu unseren lieben Frauen auf dem Berge“ in Penig realisiert.

Damit ist ein Moment Chemnitzer Kunst- und Kulturgeschichte festgehalten worden. Nach fast zwanzig Jahren hat sich viel verändert, auf diesen Moment der Entstehung und den Inhalt der Edition läßt sich aber zurückgreifen. Ich lege Ihnen dieses Wissen in Erfahrung und Genuß warm ans Herz.

Die CD finden Sie in unserem Shop.

Franz Wagner-Streuber

Nur Tropfen – Kammermusik in der Villa Koerner

Mit Kammermusik von Theodor F. Kirchner aus der Villa Koerner wird der Zyklus der CDs in Verbindung mit dem Schaffen des belgischen Architekten Henry van de Veldes in Chemnitz fortgesetzt. Gleichermaßen umfangreich und auskunftsreich wird über die Architektur, den Bau, die spätere Nutzung und die realisierte Sanierung sowie die Familie des Bauherren berichtet. Zugänglichkeit und Nutzung der Villa in der Beyerstraße 25 ist den Architekten Peter Apfel und Olaf Pfeifer zu verdanken. Über die Geschichte und heutige Nutzung gibt www.villa-koerner.com Auskunft.

Die vorliegende CD entstand in Folge eines Konzerts der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e. V. im Rahmen der Chemnitzer Begegnungen am 19. Oktober 2003 in der Villa Koerner. Die Tonaufnahmen wurden im März 2004 im Kleinen Saal der Stadthalle Chemnitz eingespielt.

Peter Rösel – Klavier
Robert-Schumann-Quartett

Klavierquartett c-Moll für Klavier, Violine, Viola und Violincello op. 84
Capricen für Klavier op. 27
„Nur Tropfen“ Ganz kleine Stücke für Streichquartett

Die kammermusikalischen Kompositionen von Theodor F. Kirchner stehen in engem Zusammenhang zur biografischen Herkunft des Komponisten (Neukirchen bei Chemnitz u. Wittgensdorf) sowie dessen Freundschaft zu Robert Schumann und Brahms. Hier stellen sich wiederum Beziehungen her zu den bereits im Label auris subtilis herausgegebenen Violinsonaten von Robert Schumann und der F.A.E. – Sonate und den Streichquartetten von Schumann und Kirchner.

Die CD finden Sie in unserem Shop hier.

Ein musikalischer Salon in der Villa Esche

Kultur im Bürgerlichen Haus  – exemplarisch als Architektur und Einrichtung gestaltet – war selbst nach der Wiedereröffnung der Villa Esche in Chemnitz nicht fühlbar. Mit den Konzerten und Veranstaltungen, dem Sommerfest und den Brautsuppen ist eine Anknüpfung an über Jahrzehnte Verschüttetem versucht worden. Die Bibliothek im Herrenzimmer, die Rückkehr eines Blüthner-Flügels im Musiksalon und die Präsenz des Notenschranks implizierten die Frage nach dem musikalischen Leben in der Villa.
Ingo Esche schrieb zum Entstehen dieser Edition:

… ich hatte Gelegenheit, mit meinem Vater in Rio de Janeiro ueber die „musikalischen Taetigkeiten“  der Familie Esche zu sprechen. Leider muss ich Sie enttaeuschen – die Familienmitglieder haben keinen besonderen Hang zum Musizieren gehabt und dies auch nicht getan, dies betrifft sowohl die Familie Herbert Esche, wie auch die seines Bruders, meines Grossvaters Fritz Esche. Ausnahme war allein die Tochter von Herbert Esche – Erdmute – die in der Villa an der Parkstrasse Klavierstunden nahm und dann auch gut spielte. Mein Vater erzaehlte, dass es ein Klavier (Fluegel?) der Marke Ibach gewesen ist, das im 1. OG stand. Erdmute hat also nicht auf dem Bluethner-Fluegel im Musiksalon im Parterre ihre Stunden gehabt. Musik wurde ansonsten bei gesellschaftlichen Ereignissen gepflegt, wie bei der Brautsuppe. Dazu besitze ich Original-Menuekarten, die auch die Musikfolge fuer die Speisengaenge zeigen. Wir koennen sie bei Gelegenheit einmal zusammen durchsehen ….

Hingegen liest sich Henry van de Velde in seiner Formfindung von Musik wesentlich inspiriert:

„Ich liebe die ganze Reihe
der Saiteninstrumente,
die seit alter Zeit sich bemühen,
eine vollendete Form zu finden,
um den Ton einzuschließen;
ähnlich wie die Blumen es nie aufgeben,
zur Aufbewahrung ihrer Düfte ein immer
vollkommeneres Gefäß zu bilden.“

Die Menükarten und auch die in der Familie vorhandenen Brautsuppengeschenke sind 2003 Grundstock der Kabinettausstellung zur Geschichte der Brautsuppengesellschaften geworden (Vitrinen im Umgang 2. OG).

Auf Initiative von Frau Dr. Andrea Pötzsch hat die GGGmH mit dem Restaurant viele Jahre die Soiréen à la Brautsuppe anhand der Menükarten jeweils einen Abend gestaltet mit Ausschnitten der 10-15 Gänge, der Vorstellung der Geschichte des damaligen Gastgebers (eines Chemnitzer Unternehmers) und mit der damals gespielten Musik). Jedes Mal konnte Dr. Andrea Pötzsch Nachfahren der einstigen Gastgeber ausfindig machen, die mit dabei waren. Im Laufe der Zeit waren dann noch mehr Menükarten und Brautsuppengeschenke von anderen Nachfahren dazugekommen, sodass die Ausstellung auch noch einmal erweitert wurde.

Vladimir Stoupel – durch die Einspielung unserer ersten Edition „Das Klavierwerk Arnold Schönbergs in der Villa Esche“ wärmstens mit dem Geist des Hauses vertraut – begeisterte den Frankfurter Privatier Klaus Mössele in das Projekt der vorliegenden Edition zu investieren, die wir Ihnen hiermit warm ans Herz legen.

Die Aufnahme wurde puristisch mit zwei Sennheiser-Mikrophonen MKH-20 nach dem „One-Point-Recording“ – Verfahren durch den direkten Weg von den Mikrophonen zu dem DAT-Recorder produziert. Auf zwischengeschaltete, klangbeeinflussende Mixer wurde verzichtet. Die Aufnahme realisierte Horst Springer am 27. September 2002 im Rahmen eines öffentlichen Konzerts der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e. V.
Flügel: Steinway & Sons 1925,
Modell O, Pianohaus Hofmann
Violine: Carlo Ferdinando Landolfi, 1754

Sonaten für Violine und Klavier
von Schumann, Brahms und Dietrich
Anna Rabinova, Violine · Vladimir Stoupel, Klavier

Die Edition finden Sie in unserem Shop hier.

20 Jahre auris subtilis

Mit der ersten bibliophilen, limitiert und nummerierten Edition gründete sich das CD-Label auris subtilis im Jahr 2001 mit dem in der Villa Esche aufgezeichneten Konzert von Vladimir Stoupel als Live-Aufnahme von DeutschlandRadio Kultur mit dem Klavierwerk Arnold Schönbergs.

Es war noch die Sturm- und Drang-Zeit nach der Wende, in der noch vieles unfertig war, gerade im Wachsen, im „noch nicht wissen, wie es werden wird“. Es war eine Zeit für echte Visionen und auch für manche Versprechen, die nicht gehalten wurden, Hoffnungen, die sich erfüllten oder auch nicht. Eine sehr reiche Zeit.

Für viele war es deshalb eine Überraschung, als die Sächsische Mozart-Gesellschaft e.V. Anfang des Jahres 1998 Freunde und Gäste zu einem Klavierabend mit Arkadi Zenzipér in die kahlen und kalten Räume der Villa Esche einlud. Das stark sanierungsbedürftige Haus war der Öffentlichkeit viele Jahre verschlossen und die zukünftige Nutzung ungewiss. Dort ein Konzert anzusetzen, hatte Anteile des Mahnens, eine Chance zu nutzen und war zugleich mit der Durchführung mutig und provokativ.

Erst im folgenden Frühjahr, nach dem Erwerb der Villa und der fachkundigen Sanierung durch die Grundstücks- und Gebäudewirtschafts-Gesellschaft mbH, erhielt die Stadt Chemnitz und die kunstinteressierte Öffentlichkeit im Sommer 2001 ein kulturhistorisches Kleinod von internationalem Rang zurück. Peter Naujokat für die GGGmbH und Oberbürgermeister Dr. Peter Seifert verwirklichten gemeinsam mit dem Architekten Werner Wendisch eine behutsame Wiedererweckung der Villa mit einem heute noch wirksamen Nutzungskonzept.

Mit ihrem zweiten Klavierabend – anläßlich der Arnold-Schönberg-Ehrung 2001 – begründete die Sächsische Mozart-Gesellschaft e.V. eine Reihe von Konzerten in der Villa. Die limitierte Veröffentlichung dieses zweiten Konzertabends in dem neuen CD-Label auris subtilis soll den Beginn einer Sammlung von anspruchsvoll gestalteten Produktionen begründen.

In dieser Edition gehen fundierte Text- und Bildbeiträge auf die Kompositionen, den Chemnitzer Textilfabrikanten Herbert Eugen Esche als Auftraggeber der für die Familie genutzten Villa durch den befreundeten Architekten und Designers Henry van de Velde entworfen und ausgeführt und einbindend die Episode des Besuchs Edward Munchs mit seinen in der Villa entstandenen Familienportraits ein.

Zwei weitere Editionen folgen mit dem Musiksalon in der Vila Esche und den Kammermusikwerken von Theodor F. Kirchner in der Villa Koerner – einem weiteren Van de Velde-Denkmal in Chemnitz.

Die Sächsische Mozart-Gesellschaft e.V. und das Label bedanken sich bei allen Freunden und Förderern, welche die vorliegende Publikation durch ihre Inspiration und Hilfe begleiteten und ermöglichten. Wir wünschen allen Kunstsinnigen unverändert Freude an unserer Komposition aus Tönen, Worten, Farben und Formen.

Die CD finden Sie in unserem Shop hier.

Für Tagträumer – Tiramisu für die Seele!

„An Situationen wie diese erinnern wir uns gern, als ein Spiel von möglicher Zuwendung, als taggeträumte Lebensoptionen, die sich beim Verlassen des Raumes wieder verflüchtigen. Einmal erlebt, treten sie als Glücksgefühl und Sehnsucht immer wieder aus dem Vergangenen hervor.“

Vielleicht mach wir uns am Tag Feinde, auf die Wunden unsere Gesellschaft zu weisen …. Öffnen die Cafés? Werden die Fensterspalten geschlossen? Drohen Dammbrüche? Die Zeit wird es konkret zeigen.

Wir haben die Zeit genutzt und etwas Staub in unserem Lager gewischt und dabei süße Melodien zum Schwärmen gehört: Fritz Kreisler, Werner Bochmann, Paul Lincke, Franz Drdla, Vittorio Monti, Enrico Toselli, Nikolai Rimskij-Korsakov, Jules Massenet, Pablo de Sarasate, Achille Simonetti, Cyrill Scott, Zdenék Fibich, Georges Boulanger, Isaak Albéniz und Peter Kreuder gespielt von Konzertmeister Hartmut Schill begleitet von seinem Vater, aufgenommen am 19. Mai 2007 im Restaurant Janssen an der Chemnitz.

„Sie gehen in ein Café, um nicht allein zu sein. Sie gehen in einen Raum zu Menschen, die Sie nicht kennen, die einfach da sind. Ein Blick von gegenüber, Gesprächsfetzen vom Nebentisch, die Ahnung eines Duftes ergreift irgendwann Ihre Aufmerksamkeit und hält Ihre Gedanken für eine Weile gefangen.

Von einem verschlissenen Klavier sehr einfühlsam begleitet, erzählt selbstversunken eine Geige – inmitten störend gestörter Stimmen – aus ihrer eigenen Welt. Das sind die zufälligen Streicheleinheiten für Genießer, das ist Tiramisu für die Seele!“

Für die ersten 10 Bestellungen dieser CD gilt der traumhafte Sonderpreis von 12 €

 

In diesen besonderen Zeiten

Seit fast 20 Jahren engagiert sich das Klassik-Label auris subtilis aus Sachsen in Klassik, Folk, Jazz und Tango für Künstler und Komponisten mit sächsischem Bezug und unterstützt damit eine Präsenz auf der Bühne und in den Wohnzimmern.

Die letzten Wochen zeigen existenzielle Risse in der Gesellschaft, die sich auch in der Kunstlandschaft niederschlagen und in den nächsten Monaten wahrscheinlich noch zunehmen. Viele bewegt, wie sie unter den dramatischen Umständen damit umgehen und überleben können. In diesen besonderen Zeiten sterben andere und andere bekommen Zeit geschenkt. Für manche ist das zu viel.

Unsere unten aufgeführten Empfehlungen verbinden wir mit einem Sonderangebot. Sie kosten auf unserer Seite für die ersten 50 Bestellungen 9,90 € statt 16,00 € verbunden mit einer Bitte: die Preisminderung soll Anlass sein, darüber nachzudenken, wie Sie Musikern unter die Arme greifen können, weil sie nicht regulär in Lohn und Brot stehen, die Bühne geschlossen ist und fehlt und Pädagogen der Unterricht ersatzlos entfällt. Der Sächsische Musikrat bietet dafür z.B. eine Plattform.

Wir wenden uns hiermit gegen die Schwemme von kostenfreien Streams. „Applaus ist des Künstlers Brot“ ist für uns eine sehr einseitige Aussage. Beifall, Anerkennung und Würdigung ist wichtig. Von Likes und Smileys allein kann man sich keine Kleidung kaufen, kein Brot, keine Miete bezahlen und auch keine Noten und keine Instrumente.

Das Internet ist ein hervorragendes Mittel und wir nutzen es ja hier auch, um zu informieren, anzubieten und einen gerechten Anteil am Reichtum der Welt zu haben und zu bewirken. Klugheit ist gefragt, die künstlerische und ethische Selbstdisziplin, das richtige Maß zu finden für die Funktion, den richtigen Anstand und Abstand für Nähe, Freude und Glück. „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ ist unser Credo und dazu leisten wir einen Beitrag.

Deshalb werben wir für würdige Formen und für gute Musik. Mit unseren empfohlenen Editionen gönnen Sie sich etwas Freude und sind im übertragenen Sinne inspirierte Musiker und Toningenieure, damit die Balance in Ihrem Umfeld stimmt.

Unsere empfohlenen Editionen:

Neuerscheinung

Aufblick – Verdi, Wolf, Urbaitis, Reger und Nystedt

Mit dieser Einspielung dokumentiert der Kammerchor der Kreuzkirche Chemnitz unter der Leitung von Steffen Walther sein über die Jahrzehnte anhaltendes Engagement für geistlichen A-cappella-Chorgesang. Dabei liegt der Focus gleichermaßen auf neu entdeckten Werken bis hin zur Gegenwart wie auch auf klassischem Repertoire.
Der Kammerchor integriert dabei seine künstlerischen Gestaltungselemente in Konzerte, Vespern und Gottesdienste der neu fusionierten Gemeinde St. Jakobi-Kreuz Chemnitz und strahlt darüber weit hinaus in die gesamte Region.
Das Programm dieser Einspielung verbindet spätromantische Chormusik mit Werken der Klassischen Moderne zu einer spannenden Synthese, in der sich die einzelnen Werke gleichsam gegenseitig kommentieren und in Beziehung zueinander setzen.

Zur CD hier

Nachauflage der Neuausgabe erschienen

Die Weltersteinspielung in einer Doppel-CD mit zehn der überwiegend in Paris entstandenen Sinfonien von Carl Philipp Stamitz (1745 – 1801) erfreute sich einem hohen Interesse und einer so großen Nachfrage, dass wir uns zum Frühjahr, knapp ein viertel Jahr nach der Erstpublikation, entschlossen.
Wir gratulieren dem Ensemble Amadeus und seinem Leiter Normann Kästner zu der gelungenen Einspielung!

Link zur CD hier

Neue Website von auris subtilis am Start!

Mitte Oktober geht unsere letzte Produktion Mozart in Jazz mit dem Stephan König Trio in den Online-Verkauf und in den Vertrieb von Harmonia Mundi und ist somit weltweit für den Fachhandel verfügbar. „Intelligent inspiriert, groovender Sound in stilvollem Ambiente“ wird als Attribute dieser Edition transportiert.

Grund genug für uns, auch mit unserer neu gestalteten Website online zu gehen. Das frische Layout, der überarbeitete Katalog, die aktualisierten Genres und der mit den komplettierten Zahlungsfunktionen ausgestattet CD-Shop schaffen Übersichtlichkeit zu den reichlich 80 Produktionen. Ein hoher Informations- und Servicewert soll Interessenten und Käufern ermöglichen, leicht das ansprechend Richtige zu finden und sich daran zu erfreuen.

Noch nicht sämtliche Details haben wir in Gänze komplettiert, wir werden noch fleißig daran arbeiten, doch es lohnt sich bereits, nach einer Lieblings-CD zu suchen.

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